Mixed Tape

Drehen wir heute das Radio auf, dann spielen die großen Sender einen Mix von Hip-Hop über Rock bis hin zu Elektro. Popkultur erstreckt sich über zahlreiche Genres. Stile gehen ineinander über: Folkrock, Electro Swing, Reggaeton. Auch innerhalb einzelner Genres gibt es keine klaren Abgrenzungen mehr – denke man etwa an den Noir Pop von Lana del Rey oder Lordes Dream Pop. Wer es individueller mag, kann im Netz oder Digitalfunk durch Spartensender jeder Richtung surfen – und tut es oft auch, je nach Stimmung.  Erlaubt ist im 21. Jahrhundert eigentlich alles, was gefällt. Rossella Lofino vom Mode- und Musikblog Sound Closet  erklärt diese Entwicklung folgendermaßen: Musikgenres vereinen sich heutzutage deshalb, da sich junge Leute nicht mehr auf eine Sache festlegen möchten. Von allem etwas. Das ist die Devise unserer Generation. Und genau das spiegelt sich in der Musik wider."

  

Hip-Hop und Techno waren wohl die letzten großen Innovationen in der Popmusik – und auch die letzten wirklich großen Jugendkulturen. Ihre Anfänge reichen zurück bis in die späten 70er und frühen 80er des letzten Jahrhunderts. Stilbildend bleiben sie bis heute, auch modisch. So sind Baggy Pants, Paisley Halstuch und Dickies Sweater die modische Übersetzung des Hip-Hop in den frühen 90ern. Aber ebenso finden sich wieder Blumenprints und Schlaghosen in unseren Kleiderschränken – populär durch die Hippies Mitte der 70er. Diese Trends zitieren die einzelnen Musikrichtungen und ihre Rolle in den verschiedenen Subkulturen. Erlaubt ist eben auch in der Mode, was gefällt, wie unsere Trendanalyse zeigt.

 

Mit unserer Spotify Playlist gehen wir auf eine musikalische Zeitreise durch die letzten zehn Jahre. Für eine Musikrichtung konnten wir uns dabei nicht entscheiden und an Nummer-1-Hits wollten wir uns nicht halten – müssen wir aber zum Glück auch nicht.

2008

M.I.A. – Paper Planes 

Die britische Künstlerin Mathangi „Maya“ Arulpragasam – kurz M.I.A. – liefert 2008 den Titeltrack zu dem Oscar-prämierten Film „Slumdog Millionaire“

 

2009

Florence and the Machine – You’ve got the Love 

Denken wir an „Florence and the Machine“ kommt uns vor allem die rothaarige Frontfrau Florence Welch in den Sinn. 2009 covert die Band den Song von Candi Staton, die den Song bereits 1991 veröffentlichte. 

 

2010

Beyonce feat. Jay Z – Drunk in Love 

Hinter „The Carters“ versteckt sich das wohl mächtigste Ehepaar der Musikindustrie. 2010 veröffentlichen die Queen of Hip-Hop und ihr dazugehöriger King den Song „Drunk in Love“, der Hip-Hop und R&B miteinander verbindet. 

 

2011

Foster The People – Pumped up Kicks 

In den Liedern der Indie Rock Band „Foster the People“ finden sich immer wieder Elemente von Elektro und Pop-Musik. „Pumped up Kicks“ ist auf Spotify der meistgehörte Song der US-amerikanischen Band. 

 

2012

Lana Del Rey – Video Games 

Die Songs von Lana Del Rey sorgen vor allem für eins: viel Melancholie. Die amerikanische Künstlerin schafft ein Mysterium um ihre Person, was zu ihrem Erfolgsgeheimnis wird. 

 

2013

Lorde – Royals 

Mit gerade einmal 19 Jahren veröffentlicht die neuseeländische Künstlerin Lorde die Single „Royals“ , die sich weltweit rund 11,8 Millionen mal verkauft. 

 

2014 

Sia – Chandelier

Auch die australische Sängerin Sia macht zu Beginn ein Geheimnis um ihre Person – mittlerweile ist dieses gelüftet. Im Video zu „Chandelier“ tanzt die damals 12-jährige Tänzerin Maddie Ziegler. 

 

2015

The Avener, Phoebe Killdeer – Fade Out Lines 

Der Deep House Song „Fade out Lines” erreicht Platz 1 der deutschen Single Charts. Produziert wurde das Lied vom französischen DJ „The Avener” – für die Lyrics sorgte Phoebe Killdeer. 

 

2016

Rihanna – Love on the Brain 

In der Ballade „Love on the Brain” verbindet Rihanna Elemente aus Doo-wop (eine Musikrichtung, die von Afro-Amerikanern in den 50er-60er Jahren entwickelt wurde) und Soul.

 

2017

David Bowie – Heroes (2017 Remastered Version) 

Ziggy Stardust, Aladdin Sane oder „The thin white Duke” – im Jahr 2017 stirbt David Bowie, der als Kunstfigur und durch seine Musik die Menschen bis heute beeinflusst. Auch in der Mode wird er immer wieder zitiert und sorgt für Inspiration.  

 

2018

Kendrick Lamar – Humble. 

Als erster Rapper gewinnt Kendrick Lamar 2018 den Pulitzer-Preis für „eindringliche Momentaufnahmen, die die Komplexität des modernen afro-amerikanischen Lebens einfangen". Bisher bekamen diesen nur Künstler aus den Genres klassische Musik und Jazz.  

Text: Amelie Roth

Illustration: Lena Lanzinger